Ausschmückungen im Lebenslauf durch richtiges Screening einfach erkennen Mike McSally,  July 24, 2015

Ausschmückungen im Lebenslauf durch richtiges Screening einfach erkennen

Um sich einen Vorteil zu verschaffen, gehen einige Kandidaten das Risiko ein, ihren Lebenslauf kreativ auszuschmücken. Wachsame Personalchefs können derartige Fälschungen erkennen und dem Unternehmen so viel Zeit und Geld sparen sowie eine Rufschädigung verhindern.

Die Konsequenzen, wenn man erwischt wird

Das Ausschmücken von Lebensläufen ist heutzutage gang und gäbe. 2014 veröffentlichte der englische "Mirror" eine Umfrage unter 1.932 britischen Jobsuchenden, von denen 63 Prozent zugaben, schon einmal in einem Lebenslauf gelogen oder übertrieben zu haben. 16 Prozent gaben sogar falsche Sprachkenntnisse an.

93 Prozent der Personalchefs, die die Lüge erkannten, stellten den Kandidaten aufgrund des Vorfalls nicht an. Falsche Angaben im Lebenslauf führen selbst bei erfolgreicher Einstellung in den meisten Fällen zur sofortigen Entlassung – wie beim ehemaligen CEO von Yahoo, Scott Thompson.

Die häufigsten Lügen

Laut Forbes sind die folgenden Lügen am häufigsten in Lebensläufen anzutreffen:

  • Falsche Angaben über einen Abschluss
  • Übertriebene Zahlenangaben
  • Überhöhte Gehaltsangaben bei früheren Stellen
  • Falsche Datumsangaben
  • Aufgeblähte Titel

So wichtig es auch sein mag, die technischen Fähigkeiten eines Kandidaten zu überprüfen, so ist doch auch der Rest des Lebenslaufs nicht zu vernachlässigen.

Unternehmen sollten keinesfalls ihre zentralen Werte vergessen und Lügner unterstützen. Wie also lassen sich diese Lügen aufdecken? Bevor Unternehmen eine Stellenzusage machen, prüfen sie fast immer die angegebenen Referenzen. Wie viel Zeit, Mühe und Energie fließen unnötig in den Prozess für Einstellungsgespräche, wenn das Screening zuletzt stattfindet?

Denkanstöße

  • Wenn so viele Lebensläufe falsche Angaben aufweisen, warum ist dann der Lebenslauf der erste Schritt im Einstellungsprozess?
  • Wie sicher sind Sie, dass Ihre Recruiter die Kenntnisse und Fähigkeiten der Kandidaten vor dem Einstellungsgespräch überprüfen?
  • Wie effektiv werden mit Ihrem Prozess für Einstellungsgespräche nicht qualifizierte Kandidaten aussortiert?
  • Haben Sie Ihre Methode für Einstellungsgespräche auf ihre Wirksamkeit überprüft und erfassen Sie Daten, um zu beurteilen, wie häufig Ihre Methode von den zuständigen Managern angewendet wird?
  • Heutzutage ist es extrem wichtig, dass alle Mitarbeiter zum Unternehmen und seiner Kultur passen. Wie sicher sind Sie, dass Ihre Methode für Einstellungsgespräche optimal auf die Kultur und die Werte Ihres Unternehmens abgestimmt ist?

Im Fall von Scott Thompson schoben sich er und die beteiligte Führungskräftevermittlung gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Letztendlich zählt meiner Meinung nach nur, dass Recruiter voll und ganz hinter ihren Kandidaten stehen können. Ich bin überzeugt, dass Unternehmen alle ihre Recruiter auf deren Fähigkeit hin auswählen sollten, hervorragende Kandidaten zu finden, die tatsächlich die gewünschten Qualifikationen besitzen.

Scott Thompson und sein Führungskräftevermittler weigerten sich, Verantwortung zu übernehmen. Ich hingegen empfehle dringend, einen konkreten Maßnahmenkatalog auszuarbeiten, anhand dessen Sie Ihre Recruiter für die vorgeschlagenen Kandidaten zur Verantwortung ziehen können.


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